WARNUNGSDIENST

Seit 1928,  Jahrgang 80, Ausgabe 1    -  Infos – WARNUNGEN – Nachrichten – Aktuelles

11. April 2008  - Redaktion: RA Otto D. Dobbeck -  Impressum

80 Jahre WARNUNGSDIENST - 1928 - 2008 - 80 Jahre im Dienste der Warnung vor wirtschaftsfeindlichen Handlungsformen

 

         WARNUNGSDIENST  1928 - 2008

 

Im Juli 1913 bereits erschien Heft 1 der ,Monatlichen Mitteilungen"  der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen (DZBS) , herausgegeben im Auftrage des Lübecker Verbandes der Rechtsauskunftstellen. Dieser Vorläufer des WARNUNGSDIENSTes fasste einschlägige Beobachtungen und Hinweise über Schwindelfirmen und betrügerisch tätige Personen zusammen und warnte vor entsprechenden Erscheinungsformen.

 

Konsequenterweise hatte PRO HONORE - ermöglicht durch die großzügige Förderung Hanseatischer Kaufleute* -  schon bald nach seiner Gründung am 7. April 1925 diese Mitteilungsplattform im Zuge der engen Zusammenarbeit mit der DZBS übernehmen können und dafür den neuen inhaltsprägenden Namen WARNUNGSDIENST  festgelegt.

 

Seit April 1928 erscheinen die Informations- und Warnblätter in zunächst zweimonatlichem, später in monatlichem Turnus.

 

Nummer 1/Jahrgang 1 trägt das Grußwort des Vorstandes Dr. H. Reymann:

 

Der Zweck der Mitteilungen soll sein, die Bezieher vor Schaden zu bewahren. Durch Sammlung der Blätter wird die Möglichkeit gegeben, sich eine Art Register zweifelhafter Unternehmungen anzulegen. Mögen diese Blätter zugleich dazu beitragen, das Interesse an der Arbeit von PRO HONORE weiter zu fördern und mögen sie eine freundliche Aufnahme finden....

 

Der WARNUNGSDIENST konnte diese Intention im Grundsatz über Jahrzehnte beibehalten.  Das „Wiedererstehen des Warnungsdienstes“ im Jahre 1949 als gemeinsame „Hamburger Ausgabe“ in Verbindung mit den „Vertraulichen Mitteilungen“ der Hamburger Privatauskunfteien e.V. und mit der „SCHUFA“ Hanseatische Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung beschrieb Dr. Hannes Kaufmann, Mitgründer von PRO HONORE,  im Oktober 1949 unter dem Titel „Im richtigen Augenblick“:

 

„Die deutsche Wirtschaft hat schwer zu kämpfen. Keiner kann es sich leisten, Verluste durch gewissenlose Elemente zu erleiden, die sich durch Betrug und Schwindel ein leichtes Einkommen und Dasein verschaffen wollen. Ihnen gilt unser Kampf heute mehr denn je. Die Gewerbefreiheit erleichtert ihnen ihr dunkles Gewerbe. In ihrer Häufung können sich die dadurch entstehenden Verluste zu einem volkswirtschaftlichen Schaden auswirken, den wir uns in heutiger Zeit nicht leisten können. Diesen so klein  als möglich zu halten, ist Ziel unserer Arbeit.

 

Der „Warnungsdienst" wird wie früher wieder Artikel über das Gebiet des Wirtschaftsschutzes sowie Warnungen vor Firmen und die Gewerbeuntersagungen enthalten. Wir sind uns bewusst, daß in der Anfangszeit noch Mängel auftreten werden. Wir werden jedoch bemüht sein, diese möglichst bald zu beseitigen und den „Warnungsdienst" immer weiter auszubauen und ihn wieder wie in früherer Zeit zur warnenden Stimme im Kampfe gegen die Schwindelfirmen und zum Verbindungsglied zu unseren Mitgliedern werden zu lassen.“

 

 

 

Heute sollen die Informationen von PRO HONORE e.V.  nicht nur die Mitglieder von PRO HONORE, sondern vor allem die vielschichtigen Leser des WARNUNGSDIENSTes vor Verlust und Verdruss schützen.  Der WARNUNGSDIENST trägt dazu bei, Informationen weiterzugeben, auszutauschen, über Erfahrungen zu berichten und Arbeitsvorgänge zu koordinieren. Denn Wirtschaftskriminalität moderner Prägung weiß nur allzu gut, Lücken im Informationsnetz auszunutzen!

 

Der WARNUNGSDIENST wendet sich gezielt an Adressaten, die mit entsprechenden Vorkommnissen in ihrer täglichen Arbeit konfrontiert werden, sei es aus sachbearbeitender, auskunftserteilender oder informierender Sicht.

 

Die Ausgaben nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland sind beredtes Beispiel für die Notwendigkeit dieser Warnungen und geben anschaulich Zeugnis von der wechselseitigen Durchdringung wirtschaftlicher Situationen und wirtschaftskrimineller Handlungsformen.

 

 

Die ersten Themen:

 

Schwindel mit der Wohnungsnot · Preisrätsel und Preisausschreiben als Mittel schwindelhafter und unlauterer Werbung · Umgelegte Ausgleichswechsel · Der Kampf gegen das Schmiergeld ·  Gefährdung der Erwerbslosen durch Schwindelunternehmen · Geldknappheit und Finanzzeitschriften · Problem des Schneeballgeschäfts · Wie verdiene ich leicht Geld ? · Vorsicht vor „Wilden Maklern“ · Geldnot und Geldvermittlung · Übereinandergetürmte Prolongationswechsel · Bedenkliche Methoden beim Erwerb von Bestellungen auf fotografische Vergrößerungen · Die Seuche der Preisausschreiben · Baukostenzuschußschwindel · Motorräder gegen Wochenraten von DM 5 · Adressbuchschwindel · Der Arzneimittelvertrieb durch Hausierer und ambulante Händler · Toto-Tip-Tabellen · Wohltätigkeit und Schwindel · Insolvenzen im Spiegel der Statistik · Wechsel im Teilzahlungsgeschäft · Scheckbetrug · Ehe-Anbahnungs-Institute · Wettvoraussagen als Geschäft · Bauvertrag und Bauschwindel · Unzulässige Bücher- und Zeitschriftenwerbung · Abstandszahlung für Altwohnräume · Die kaufmännische Moral als Fundament der Marktwirtschaft · Beratung deutscher Auswanderer · Der Streit um den Markenartikel · Schutz vor Arbeitsvertragsbruch und Abwerbung von Arbeitskräften · Gegen das Geschenkunwesen im Geschäftsleben · Erdstrahlen · Unredliche Geschäfte mit der Fremdenwerbung ·Direktverkäufe · Kreditwucher · Blindenseife · Geigenkrieg · Entschuldungsbüros · Eigene Wachsamkeit ist der beste Schutz vor Betrug · Unlautere Werbung für Warenautomaten · Verdächtige Aktienangebote · Unlautere Werbung für Schlankheitsmittel · Betrug mit dem Absatz von Schreibmaschinen · Fernunterrichtsschwindel · KaffeefahrtenTricks beim Ankauf von Gebrauchtwagen· Der unredliche Vertreter an der Haustür · Geschäfte jenseits der Grenze der Seriösen · Betrug mit Titeln · Das Geschäft mit dem Aberglauben ·

 

Angehörige aus Handel, Handwerk, Dienstleistung und Produktion sind ebenso wie ‑ und als ‑ private Verbraucher Zielgruppen bestimmter unseriöser, unlauterer und wirtschaftskrimineller Handlungs‑ und Erscheinungsweisen, über die der WARNUNGSDIENST  berichtet.

 

Die damit entstandene Dokumentation ist in ihrer Art einmalig. Sie wird belegt und flankiert von dem umfangreichen PRO HONORE-Archiv mit seiner Sammlung von Begleitunterlagen, Straf- und Zivilurteilen.

 

Der WARNUNGSDIENST erschien in der traditionellen Aufmachung zuletzt im Februar 1978, im 47. Jahrgang. Datenschutzrechtliche, aber auch organisatorische Gründe standen der weiteren Verbreitung des Dienstes entgegen.  Ab Frühjahr 1980 publizierte PRO HONORE zunächst die als Nachfolgeorgan konzipierten PRO HONORE-Mitteilungen, bis im März 1984 der neu konzipierte WARNUNGSDIENST mit einer Nullnummer den 48. Jahrgang seines Erscheinens einläutete. 

Der sodann wieder regelmäßig erscheinende WARNUNGSDIENST ist bis heute ein fester Bestandteil der Arbeit von PRO HONORE. Er ist sozusagen das Fenster nach Draußen.

 

Durch  die im PH-Jubiläumsjahr 2000 erfolgte Aufnahme des WARNUNGSDIENSTes in die Internetseiten – www.prohonore.de kann PRO HONORE Kontakt mit deutlich mehr interessierten Personen aufnehmen und in einen bislang nicht gekannten Dialog mit Hinweisgebern, Anfragenden und Opfern von wirtschaftskriminellen Personen treten. Die Internetpräsentation bietet damit zugleich neue Dimensionen der Wirtschaftskriminalitätsbekämpfung und öffnete PRO HONORE bislang kaum für möglich gehaltene neue Wege.


Werbung im WARNUNGSDIENST unter Hinweis auf wichtige Partner im Kampf gegen

Wirtschaftskriminalität:

 


Hinweis: Anlässlich des 80. Jubiläums des WARNUNGSDIENSTes plant die Redaktion eine authentische, zeithistorisch und juristisch kommentierte  Wiederauflage aller Ausgaben seit April 1928. Hierfür benötigen wir einen Sponsor oder eine Sponsorengemeinschaft. Bitte melden Sie sich für Fragen dazu bei der Redaktion, Otto D. Dobbeck, Wandsbeker Stieg 39, 22087 Hamburg, Telefon 040 2513378 - Telefax 040 251 38 62 oder per E-Mail ra-hamburg@t-online.de .



   Im Hamburger Rathaus wurde PRO HONORE am 7.4.1925 gegründet.